Praxis

Pinselreinigung mit Seife

Zu keiner Zeit würden Sie auf die Idee kommen, eine Pfanne, in der Sie in Sonnenblumenöl gebratenes Gemüse zubereitet haben, mit Terpentinersatz zu säubern. Selbstverständlich greifen Sie zu Spülmittel und heißem Wasser. In der klassischen Ölmalerei greift der Maler selbstverständlich zu Terpentinöl, Terpentinersatz, Universalverdünnungen und anderen Lösemitteln. Gerade beim Reinigen der Pinsel und anderer Werkzeuge, werden große Mengen an Lösemitteln eingesetzt. Malwerkzeuge lassen sich aber auch gesundheits- und umweltfreundlich mit Flüssigseife und Wasser reinigen.

Welche Seifen sind geeignet?

Flüssigseifen haben sich bestens bewährt. Die Seifen sollten eine honigartige Konsistenz haben. Auch Spülmittel und flüssige Handwaschseifen sind geeignet. Spülmittel sind wirkungsvoller, weil sie Fette stärker lösen als Handwaschlotionen. Besonders preiswert, ohne Parfüm und wirkungsvoll ist Schmierseife.

Zähflüssig eingestellte Schmierseife bekommen Sie in größeren Super- und Drogeriemärkten. Schmierseifen sind verseifte Pflanzenöle und -fette. Selten erhält man noch Leinöl-Schmierseife, eine Seifenemulsion des Bindemittels der Ölfarbe. Schmierseife ist alkalisch und entzieht der Haut Fett. Bei Empfindlichkeiten gegen die Seifen sollten Sie Gummihandschuhe tragen oder so arbeiten, dass kein Hautkontakt entsteht.

Wichtig bei dieser Reinigungsmethode ist, dass die im Pinsel oder auf der Palette verbliebene Ölfarbe zuerst nur mit der Flüssigseife verseift wird. Wasser kommt erst zuletzt zum Einsatz! Aus diesem Grunde sind feste Seifenblöcke weniger geeignet, da die Seife zuerst mit Wasser gelöst werden muss.

Die beschrieben Technik eignet sich für alle Ölfarben, die mit Pflanzenölen (Leinöl, Sonnenblumenöl, Mohnöl, Safloröl) hergestellt sind. Werden Harzölfarben oder Malmittel mit hohen Natur- oder Kunstharzanteilen benutzt, wird es schwerer, allein mit Seife zu reinigen. Hier müssen Sie unter Umständen nach dem Vorreinigen im Lappen etwas Terpentin benutzen. Danach können Sie mit Seife weiterarbeiten.

Das Reinigen der Pinsel und Palette am Ende der Malsitzung:

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Wischen Sie zuerst verbliebene Farbe im Pinsel in die Küchenrolle, den Mallappen oder das Putzpapier.

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Mit einem Palettmesser oder Spachtel nehmen Sie die Farbreste von der Palette. Streifen Sie dabei das Palettmesser in einem Putzpapier ab.

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Je mehr Farbe Sie hier von der Palette abziehen, desto weniger aufwendig wird der Waschvorgang der Palette.

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Verteilen Sie dann etwas Flüssigseife mit den benutzten Pinseln auf der Palette, ...

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... sodass alle Pinselköpfe und die Farbreste auf der Palette komplett mit Schmierseife vermischt sind.

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Jetzt können Sie sich etwas Zeit lassen, die Seife übernimmt für Sie die Reinigungsarbeit. Entfernen Sie nach einer kurzen Pause die verseifte Ölfarbe im Pinselkopf und auf der Palette mit Putzpapier.

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Reinigen Sie die Palette mit angefeuchtetem Putzpapier klar ...

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... und waschen Sie die Pinsel mit lauwarmem Wasser aus.

Pinsel
Für die in diesem Artikel beschriebene Methode der Pinselreinigung mit Seifenlauge sind Naturhaarpinsel weniger geeignet. Synthetikfasern sind nicht so empfindlich gegen längere Seifeneinwirkung. Eine Rückfettung ist nicht erforderlich. Synthetikpinsel lassen sich aufgrund ihrer Faseroberfläche auch leichter auswaschen als Naturhaarpinsel.

Paletten
Wenn Sie Ihre Palette mit Seife und Wasser reinigen, empfehle ich für das Atelier eine wasserfeste Palette auf dem Tisch. Eine auf der Rückseite grau grundierte Glasplatte (4-5 mm stark) ist die beste Mischunterlage. Sie können die Rückseite der Platte mit Acrylfarbe oder Plakafarbe bestreichen. Der Grauton sollte neutral und nicht zu dunkel sein.

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