Das ist ein Sonderthema

Material & Inspiration

Mit Halt und Haltung

Die Arbeit mit Ton ist eine klassische bildhauerische Disziplin: Er dient nicht nur seit jeher zum Formen von Gegenständen des täglichen Gebrauchs, sondern wird heute vor allem für Plastiken und Objekte genutzt, für bildhauerische Modelle und auch zur Herstellung von Gussformen.

Ton gilt als das traditionelle Material für plastisches Gestalten, lässt sich mit den Händen und mit Modellierwerkzeugen formen und ist in verschiedenen Qualitäten und den typischen Farben von Weiß/Cremefarben über Terracotta und Rot bis hin zu dunklen Nuancen erhältlich. Die jeweilige Tonqualität sollte mit Blick auf die Anwendung gewählt werden – einige Tonsorten eignen sich gut für größere, andere besser für kleine Objekte, und auch die Körnung spielt eine bedeutende Rolle. Die hier gezeigten Werke sind aus feinem Terra-Ton modelliert. Objekte aus Ton können natürlich bei hohen Temperaturen gebrannt und ggfs. glasiert werden. Doch gerade ungebrannt haben solche Plastiken nicht nur als bildhauerisches Modell im Atelier ihren ganz besonderen Reiz. Natürlich ist luftgetrockneter Ton nur für die Aufstellung in Innenräumen geeignet.


Foto: Ina Riepe


Foto: Ina Riepe


Foto: Ina Riepe


Foto: Ina Riepe

Die Arbeit mit Ton bedarf einer kurzen Vorbereitung: Durch Kneten und Schlagen werden im Vorfeld Luftblasen aus der Masse entfernt, die beim Trocknen zu einer Rissbildung führen könnten, und der Ton geschmeidig gemacht. Dann gilt es je nach Entwurf und Planung zu entscheiden, ob ein stützender Unterbau notwendig ist, wie in unserem Beispiel oben: Die Standfigur eines leicht zurückgelehnten, in die Luft schauenden und dadurch schräg zur Seite und aus der Achse gedrehten Mannes macht einen solchen Unterbau erforderlich. Ein Drahtgerüst aus festem Aluminiumdraht stützt und gibt die nötige Stabilität, um den Ton in gewünschter Form anarbeiten zu können. Je nach Entwurf sind auch Stäbe oder Drahtgeflecht
für die Armierung geeignet.

Foto: Ina Riepe

Ganz ohne Halt gebendes Innenleben hingegen kommt der Pinguin aus. Zunächst werden Umriss und Haltung modelliert, danach folgt die genaue Formulierung der Details – von den angelegten Flügeln über die Füße bis hin zum keck in die Luft gerichteten Schnabel.

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