Material & Inspiration

Experiment mit Konsistenzen

Ob auf Gewebe, Holzgrund oder Malplatten: Die Rakeltechnik zeitigt farbstarke und dekorative Ergebnisse, die nur in gewissem Maße im Vorfeld festgelegt werden können. Als Farben eignen sich Öl- und Acrylfarben gleichermaßen, sie bringen allerdings unterschiedliche Eigenschaften mit.

Ina Riepe - Rakeltechnik -15

© Ina Riepe

Die Rakeltechnik ist immer auch ein Experiment mit Konsistenzen: Während zähflüssig-pastose Farben der Rakel mehr Widerstand entgegensetzen, haben fließendere Farben ein leichteres Spiel. Für die Arbeit mit der Rakel eignen sich dementsprechend sowohl Öl- als auch Acrylfarben, doch auch Lacke bieten überraschende Effekte.

Ölfarben haben in unverdünntem Zustand eine hohe Viskosität, sie sind zähflüssig und können pastos aufgetragen werden, bevor die Rakel zum Einsatz kommt. Gleichzeitig ist die Ölfarbe resistenter – eine Vermischung der Farben erfolgt erst unter größerem Druck. Dies bedeutet in der Praxis gleichzeitig, dass die Rakel mehr Farbe verdrängt und es daher ggfs. mehr Ausschuss gibt. Wenn die Farben sich – auch aufgrund der langsamen Trocknung – vermischen, entstehen teils vollkommen eingemischte, graue bzw. graubraune Neutral-Farbtöne, die wiederverwendet werden können.

Acrylfarbe ist flexibler, weicher und unter Umständen auch fließender und kann daher deutlich dünner aufgebracht werden als Ölfarbe. Flüssige bis dünnflüssige Acrylfarbe kann fast bis auf den Grund des Bildträgers abgezogen werden.

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Pastose Ölfarben setzen der Rakel mehr Widerstand entgegen als Acrylfarben, die flexibler und weicher sind und daher in dünneren Schichten ausgezogen werden können.

Die schrittweise Schichtung der Acrylfarben erfolgt ähnlich wie bei Ölfarbe. Ist keine Vermischung, sondern vielmehr ein Überlagern der Farben gewünscht, kann man bei Acrylfarben nach vergleichsweise kurzer Trockenzeit neue Schichten ziehen, ohne die darunterliegen Farbläufe zu beeinträchtigen.

Auch wenn die Form der Schichten, Farbverläufe und -flecken bei Verwendung von Acrylfarben eine andere ist als bei Ölfarbe, ist sie auch hier mehr oder weniger dem Zufall überlassen. Der Farbverlauf folgt allein dem kompositorischen Gespür des Ausführenden, kann z.B. durch Abkleben von Flächen mitbestimmt werden. Je nach Untergrund fallen die Effekte unterschiedlich aus.

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Kompositorisches Gespür und überraschende Zufallseffekte machen den besonderen Reiz der Technik aus.

Die verwendeten Werkzeuge können aus der ganzen Bandbreite handelsüblicher Rakeln und Spachtel bestehen. Wer die Rakeltechnik erst einmal ausprobieren möchte, kann sich eine Rakel problemlos selbst herstellen: Aus Kunststoff, Gummiplatten oder ähnlichem in beliebiger Breite und Härte geschnitten, ist auch hier Raum für Experimente. Probestücke stärken das Gefühl für die Handhabung, den erforderlichen Druck und das Verhalten der Farben.

Als Grundlage sind natürlich feste Bildgründe flexibleren Bildgründen vorzuziehen, da sie den nötigen Widerstand bieten, um die Farbe in dünner Schicht ausziehen zu können. Sehr große Leinwände aus dickerem Gewebe sollten hart gespannt sein. Ebenso eignen sich noch nicht aufgespannte Gewebe, die unbedingt auf einem ebenen Grund aufliegen sollten – einem Arbeitstisch, einer Platte oder einfach auf dem Fußboden.

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© Ina Riepe

 

Feste Malgründe sind für die Rakeltechnik vorzuziehen. Holzgründe sollten entsprechend vorbehandelt werden, ungespannte Gewebe und Malplatten sollten auf ebenem Grund aufliegen.

Sehr gut bieten sich Holzgründe für die Rakeltechnik an – Casani Holzkörper und Ulmer Malgründe sollten in der Vorbereitung unbedingt geleimt, geschliffen und grundiert werden. Handelsübliche Gessoboards bringen diese Vorbehandlung gleich mit und können ebenso wie Malplatten direkt zum Einsatz kommen, feste Kartongründe sollten ggfs. grundiert werden, um die Farben bestmöglich zur Geltung zur bringen.

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© Ina Riepe

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