Kolumne

Zwischen den Jahren

Zwischen den Jahren – wohl kaum eine Redewendung beschreibt besser die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr. Die Geschenke sind ausgepackt, auch die Reste vom Weihnachtsbraten sind verspeist, es kehrt Muße ein, bevor es das Neue Jahr feierlich zu begrüßen gilt.

Diese Zeit der Ruhe ist auch im europäischen Brauchtum verankert, wenngleich vor dem Hintergrund des Aberglaubens. Traditionell werden die Nächte zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag als Raunächte bezeichnet: Diese Nächte und mit ihnen die stürmischen Mächte der Wintermitte galten dem Volksglauben als gefährlich, unheimlich und offen für gespenstisches Geschehen oder Hexenzauber – daher blieb man zu Hause im Kreise der Familie. Zudem dachte man, aus dem Geschehen rund um Haus und Hof Hinweise auf die Zukunft lesen zu können. Viele heutige Rituale und Traditionen zum Jahresende haben darin ihre Wurzeln: Dazu gehört das Bestreben, die Wäsche vor der Silvesternacht von der Wäscheleine zu nehmen, ebenso wie das Bleigießen als Frage an die Zukunft.

Jetzt ist eine gute Zeit, um Rückschau zu halten: Wie war das Jahr, das sich zum Ende neigt? Was ist auf den Weg gebracht, welche Veränderungen waren willkommen? Was gab es Schönes, was hätte besser laufen können? Für uns war das Jahr 2016 spannend: Mit dem boesner Kunstportal haben wir ein neues Projekt in Angriff genommen und freuen uns sehr über Ihre rege Resonanz. Zum Start versprachen wir, unsere Begeisterung für die Kunst mit Ihnen teilen zu wollen – und wir hoffen, dies ist uns gelungen. Ihre Kommentare und Ihre konstruktive Kritik haben uns dabei sehr geholfen – dafür möchten wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken. Auch ist die Zeit reif für gute Vorsätze, die man sich still und leise in der Silvesternacht verspricht (und mitunter nach spätestens zwei Wochen wieder ad acta legen wird). Vieles, das weiß man schon im Ansatz, lässt sich im Laufe eines Jahres kaum halten: Der ganz große Wurf mag im Alltagstrubel untergehen oder aus reinem Zeitmangel nicht zu realisieren sein. Aber auch im Kleinen lässt sich viel bewegen. Was haben Sie sich vorgenommen? Wir finden: Kunst bereichert immer, und mehr davon kann sicher nicht schaden. Schauen Sie doch auch in 2017 wieder bei uns vorbei!

Ein glückliches und inspirierendes Jahr 2017 wünscht

Ihre Sabine Burbaum-Machert

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Profile

Mitglied der boesner-Redaktion, verantwortliche Redakteurin von KUNST & material. Studium der Kunstgeschichte, Romanistik und Neugermanistik in Bochum und Siena. Mehrjähriger Forschungsaufenthalt an der Bibliotheca Hertziana in Rom; 1998 Promotion an der Ruhr-Universität Bochum.

Tätigkeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterin, Lehrbeauftragte, Übersetzerin, Autorin und Redakteurin.

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