Ausstellung

Raum, Zeit und Licht

Eine Ausstellung im Skulpturenpark Waldfrieden widmet sich ganz dem skulpturalen Werk von Heinz Mack

Heinz Mack feiert in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag. Der Skulpturenpark Waldfrieden ehrt ihn mit einer Ausstellung, die Macks Schaffen in seiner vielfältigen Beziehung zu Licht, Bewegung und Raum würdigt. Die Ausstellung bezieht nicht nur das Freigelände des Parks ein, sondern nutzt zugleich auch alle drei Ausstellungshallen.

Am 8. März dieses Jahres feierte Heinz Mack, Mitbegründer der Gruppe ZERO, seinen 90. Geburtstag. Der Skulpturenpark Waldfrieden ehrt den großen Maler und Bildhauer aus diesem Anlass mit einer Ausstellung, die ausschließlich seinem plastischen Schaffen gewidmet ist. In seinen drei Ausstellungshallen und im offenen Gelände präsentiert der Skulpturenpark 50 Skulpturen Heinz Macks, darunter zahlreiche Arbeiten, die bislang noch nie öffentlich gezeigt wurden. Auch wenn man rückschauend längere Zeiträume ins Auge fasst, ist die Ausstellung eine der großen Werkschauen des Künstlers.

Heinz Mack, Vier Stein-Stelen, 1995, © VG Bildkunst 2021, Foto: Michael Richter

Heinz Mack, Vier Stein-Stelen, 1995
© VG Bildkunst Bonn 2021, Foto: Michael Richter

Heinz Mack, Grosser Stufen Monolith, 1989, © VG Bildkunst 2021, Foto: Michael Richter

Heinz Mack, Großer Stufen-Monolith, 1989
© VG Bildkunst Bonn 2021, Foto: Michael Richter

Heinz Mack, Grosse Silberstehle, 2020, © VG Bildkunst 2021, Foto: Michael-Richter

Heinz Mack, Grosse Silberstehle, 2020
© VG Bildkunst Bonn 2021, Foto: Michael Richter

Heinz Mack, Monolith, 1956/79, © VG Bildkunst 2021, Foto: Michael Richter

Heinz Mack, Monolith, 1956/79
© VG Bildkunst Bonn 2021, Foto: Michael Richter

Für Heinz Mack haben Kunstwerke neben der Erscheinung, mit der sie sich dem Auge des Betrachters präsentieren, ein Innenleben, dessen Eigenheiten die Philosophie erschließt. Er selbst sagt dazu: „Das Irritierende, Rätselhafte, Wunderbare, welches in der Kunst sichtbar wird, zeigt sich auf den Oberflächen. Wo sollte es sich sonst zeigen? Dasjenige, welches in der Kunst nicht erklärbar ist, verbirgt sich unter diesen Oberflächen …“. In diesem Sinne sieht Mack in Raum, Zeit und Licht konstituierende Faktoren plastischer Kunst. Über das rein Phänomenologische hinausgehend bedingt aber vor allem das Licht nicht nur die materielle Erscheinung des Kunstwerks. Es gewinnt für ihn darüber hinaus eine besondere Strahlkraft, die weit ins Metaphysische reicht, indem Licht auch die „entmaterialisierte“ Energie seiner Skulpturen wahrnehmbar macht.

Heinz Mack, Großer Rhythmus, 1995, © VG Bildkunst 2021, Foto: Michael Richter

Heinz Mack, Großer Rhythmus, 1995
© VG Bildkunst Bonn 2021, Foto: Michael Richter

Heinz Mack hielt es schon immer für eine der wichtigsten Aufgaben plastischer Kunst, Natur- und Kunstschönheit in Verbindung zu bringen: „Ich kann den Raum nicht von der Skulptur trennen. Stelle ich eine Skulptur in verschiedenen Räumen auf – sei es ein Innenraum, sei es ein Außenraum – so wird ihre Erscheinung eine jeweils andere sein. Im Idealfall kommen ein bestimmter Raum, ein bestimmtes Licht, eine bestimmte Skulptur und ein bestimmter Betrachter zusammen. Dies scheint selbstverständlich, ist es aber nicht. Das Kunstwerk hat seinen eigenen Raum, seine eigene Zeit, sein eigenes Licht. Irrational ist seine Fremdheit und seine besondere Sichtbarkeit, wodurch es in Nachbarschaft zur Natur bestehen kann, selbst wenn diese außergewöhnlich reich ist an Formen, Farben, Größe und Rätsel.“

Vor diesem Hintergrund bietet der Skulpturenpark Waldfrieden vor allem für die noch nie öffentlich gezeigten Arbeiten des Künstlers einen besonderen Rahmen. Die Ausstellung wurde von Heinz Mack und Tony Cragg gemeinsam kuratiert.


Auf einen Blick

Ausstellung: HEINZ MACK – SKULPTUREN
Ort: Skulpturenpark Waldfrieden, Hirschstraße 12, 42285 Wuppertal
Tel. +49 (0) 202 47898120
mail@skulpturenpark-waldfrieden.de
Dauer: bis 2. Januar 2022
Internet: https://skulpturenpark-waldfrieden.de

Öffnungszeiten: März bis Oktober: Die–So, 11–18 Uhr
November bis Dezember: Fr–So, 11–17 Uhr
Januar und Februar geschlossen

Der Skulpturenpark Waldfrieden ist an allen Feiertagen geöffnet.

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Profile

1931 im hessischen Lollar geboren, besuchte Heinz Mack 1950 bis 1953 die Staatliche Kunstakademie Düsseldorf. Nach dem Staatsexamen folgte ein Studium der Philosophie an der Universität Köln, das er 1956 abschloss. Gemeinsam mit Otto Piene gründete Heinz Mack 1958 in Düsseldorf die Gruppe ZERO, der ab 1961 auch Günther Uecker angehört. Bis 1966 führten sie zahlreiche Ausstellungen und Aktionen im In- und Ausland durch. Neben der Teilnahme an der documenta II (1959) und der documenta III (1964) vertrat Heinz Mack 1970 gemeinsam mit Thomas Lenk, Georg Karl Pfahler und Günther Uecker die Bundesrepublik Deutschland auf der XXXV. Biennale von Venedig. Mack wurde mit zahlreichen Preisen gewürdigt. Seit 2015 ist er Ehrenmitglied der Kunstakademie Düsseldorf. Der Künstler lebt und arbeitet in Mönchengladbach und auf Ibiza.

[Foto: Anna Schwartz]

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