Buchtipp

Kunst verstehen
von A–Z

„Die Einzigartigkeit der bildenden Künste besteht darin, dass sie handwerkliches und technisches Können, Philosophie und Fantasie verknüpfen und dadurch etwas schaffen, das nicht nur schön, sondern unentbehrlich ist.“

Das schreibt John A. Parks in seiner Einleitung zu dem Buch „Kunst verstehen von A–Z.“ Analyse, Technik und Praxis stehen bei seiner Annährung laut Untertitel im Vordergrund. Der erfolgreiche Maler und angesehene Dozent an der School of Visual Arts in New York hat die Studierenden, mit denen er Führungen in Museen unternahm, oft ratlos gesehen, wenn sie innerhalb kürzester Zeit Engeln aus der Renaissance, furchterregenden Stammesmasken, impressionistischen Ansichten, fotorealistischen Gemälden, abstrakten Werken oder konzeptionellen Arbeiten begegneten.

Er fragte sich, wie er ihnen unmittelbar und leicht verständlich vermitteln könnte, was so viele Menschen dazu antrieb, Kunst zu schaffen, was den Objekten gemeinsam ist und wie sie als Kunstwerke funktionieren.

Kunst kann provokant, bezaubernd, katharisch, schön, tief berührend, kopflastig, humorvoll, spirituell oder sinnlich sein. Um seinen Studierenden nahezubringen, dass Kunstverständnis keine streng-intellektuelle Übung ist, sondern einen freudvollen Zugang zur gesamten Gefühlsskala gewähren kann, hat er in seiner Publikation 100 Konzepte und Techniken zur Kunstanalyse und -praxis zusammengetragen. Sie vermittelt Kunst auf außergewöhnliche Weise: Knapp und verständlich wird auf einer Seite der jeweilige Terminus erläutert und auf der gegenüberliegenden Seite durch Abbildungen ergänzt, die das besprochene Prinzip veranschaulichen.

Inhaltlich reichen die Themen von allgemeinen Prinzipien wie Harmonie und Rhythmus über teils örtlich begrenzte Phänomene wie Manierismus oder Minimalismus und theoretische Konzepte bis hin zu Techniken wie Collage oder Untermalung und Schlüsselbegriffen wie Abstraktion oder Perspektive: All das wird in dem Band anschaulich anhand zahlreicher Bildbeispiele erläutert. Eine Fülle von Hinweisen und Strategien hilft dabei, Kunst nicht nur zu verstehen, sondern auch selbst Kunstwerke zu schaffen.

Es ist unausweichlich, dass dieses Buch Schwerpunkte setzen muss, dass es nur einen Ausschnitt dessen zeigen kann, was die bildende Kunst bisher hervorgebracht hat. Mit seinem Band ist John A. Parks dennoch ein einfach nachvollziehbarer Zugang zu Werken, Techniken und Künstlern gelungen, der zeigt, wie „sich eine Reihe von Schlüsselideen, Techniken und kulturellen Zusammenhängen mit Schöpfergeist verband und so ein breites Spektrum von Kunstwerken ins Leben rief.“ Ausgestattet mit anspruchsvollen Texten und vielen anschaulichen Bildbeispielen, systematisch angelegt und übersichtlich geordnet, werden Künstler, Kunststudierende, -wissenschaftler, -pädagogen und -liebhaber gleichermaßen diese Veröffentlichung schätzen, um sich die weite Welt der Kunst zu erschließen.

Der Autor:

John A. Parks ist Maler und unterrichtet Malerei und Zeichnen an der School of Visual Arts in New York. Er ist Verfasser von Biografien zu zeitgenössischen Künstlern wie Lucian Freud, aber auch zu historischen Persönlichkeiten wie Rubens, Raffael oder James McNeill Whistler.

Es gibt zu diesem Beitrag.
Kommentare einblenden