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Mozart und die Faltbücher

Leporellos bieten viele Möglichkeiten für die künstlerisch-kreative Anwendung. Aber woher kommt eigentlich der Name?

Jeder hat schon mal ein Heft, gefaltet wie eine Ziehharmonika, in der Hand gehabt. Ansichtskarten, Wanderkarten, Prospekte, Kalender und Werbeprospekte (auch von boesner), sogar einige Kinderbücher werden als Leporellos hergestellt.

Leporello „31 Palm Trees“

Leporello „31 Palm Trees“, Monet Maskierfilm, Hochdruck, Farbstift, Stempel, für S.C.

Der Name hat etwas wohlklingend italienisches, doch zuerst einige Fakten zur Funktion und zum Aufbau dieser schönen Sonderform des Buches: Der oder das Leporello, auch Faltbuch genannt, ist ein faltbares Heft oder Buch in Form eines langen Papier- oder Kartonstreifens, der ziehharmonikaartig gefaltet ist. Soweit die fachliche, etwas spröde Erklärung.

Die Herkunft des Wortes Leporello ist da schon wesentlich interessanter. Wir benutzen die Bezeichnung oft, doch woher kommt der Ausdruck für diese besonderen Hefte und Bücher? Der Name Leporello geht auf Mozarts Opernfigur Leporello zurück, den Diener des Frauenhelden Don Giovanni, der für seinen Herrn eine Liste all seiner Geliebten führt. Leporello entfaltet diese lange Ziehharmonikaliste effektvoll während einer Arie. Er nutzt die Eigenschaft dieser speziellen Faltweise: Im Gegensatz zu einem Buch erlaubt ein Leporello den Überblick über alle Seiten. Soweit also zu Mozarts Rolle in Sachen Leporello.

Man erhält Leporellos in den verschiedensten Ausführungen – auch die eigene Herstellung ist leicht möglich. Die Zickzackfaltung kann aus einem langen Streifen Material gefaltet oder zweischichtig überlappend mit versetzten Stößen verklebt sein. Bereits gestaltete Einzelseiten oder Karten werden mit Spezialklebeband verbunden und dann entsprechend gefaltet. Als Heft ohne Einband oder als Buch mit Front- und Rückenteil – den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.

Leporello „Aloha Art Club“

Leporello „Aloha Art Club“, de geerts-Karten, verbunden mit Neschen Klebeband P90, Linol-/ Holzschnitte – orig. Handdruck, zweifarbig

Ein Leporello eignet sehr gut als Skizzenbuch oder Fotoalbum mit Gesamtübersicht, aber natürlich auch für die künstlerische Anwendung. So kann man Seite für Seite gestalten oder über die komplette Länge des Leporellos arbeiten, um eine „Story“ am Stück zu erzählen – dies funktioniert bei einem normalen Buch nicht so einfach. Zeichnung, Kalligrafie, Typografie, Druck oder Collage, nahezu alle künstlerischen Techniken sind möglich, um zu einem ausdrucksstarken Ergebnis zu kommen. Faltbücher sind sehr gut geeignet für Sammlungen, Serien, fortlaufende Themen, Fotostrecken sowie Bildfolgen und wurden von namhaften Künstlern verwendet. (Ed Ruscha „Every Building on the Sunset Strip“ 1966, Ernst und Hilla Becher “Förderturm Zeche Waltrop” 1982)

Aufgrund der Zickzackform lässt sich ein aufgeklappter Leporello ohne weitere Hilfsmittel aufstellen und es entsteht ein plastischer, räumlicher Eindruck mit der zusätzlichen Wirkung von Licht und Schatten. Ob als freistehendes Objekt oder präsentiert in einen Objektrahmen – ein gestalteter Leporello erzählt immer eine kleine Geschichte.

Leporello „31 Palm Trees“

Leporello „31 Palm Trees“, Monet Maskierfilm, Hochdruck, Farbstift, Stempel, für S.C.

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Naturweißer, chinesischer Büttenkarton in einem mit brokatartigem Stoff überzogenen Umschlag. Durch die spezielle Falttechnik ist das Leporello-Skizzenbuch sowohl hochformatig als auch querformatig nutzbar. Das sauber gearbeitete, originelle Buch hat sich schon tausendfach bewährt. Farbabweichungen möglich.

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