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Das richtige Glas schützt die Farben

Eine wichtige Funktion zum Schutz des Bildes kommt dem Glas zu. Floatglas (Normal-Glas) besitzt fast keinen UV-Schutz. Es sollte aus diesem Grunde bei hochwertigen Objekten, etwa bei Aquarellen und Grafiken, möglichst nicht benutzt werden. Solches Normalglas bietet sich hingegen eher für Kunstdrucke oder Einrahmungen an, bei denen eine preiswerte Lösung gewünscht ist.

Acrylglas lädt sich leicht statisch auf, zerkratzt und wird blind. Vor allem wegen der statischen Aufladung sollte es möglichst nicht für Kreidezeichnungen, Kohlezeichnungen und Fotos Verwendung finden. Aufgrund von Sicherheitsvorschriften sollte es jedoch in öffentlichen Gebäuden zur Rahmung benutzt werden oder dank seiner Bruchfestigkeit auch bei wechselnden Ausstellungen, die mit vielen Transportwegen verbunden sind.

Das hochwertigste Glas, das zur Einrahmung derzeit im Handel erhältlich ist, ist Museumsglas. So besitzen etwa die interferenzoptisch entspiegelten Mirogard®-Gläser aus dem Hause Schott höchste Transparenz – die Farbbrillanz der gerahmten Werke wird dadurch nicht verfälscht. Das Glas Mirogard® Plus hat zum Beispiel einen UV-Schutz von 90 Prozent – dadurch schützt es das darunterliegende Objekt vor dem Ausbleichen der Farben und Versprödung.

Bei einer Direkteinrahmung ohne Passepartout sollte darauf geachtet werden, dass eine Distanz zwischen Glas und Bild liegt– sonst besteht die Gefahr, dass das Bild im ungünstigsten Fall an der Scheibe „klebt“. Bei Hochglanzfotos kann ein Nasseffekt (Newtoneffekt) entstehen: An den Druckpunkten bilden sich Stellen, die einem Wasserfleck ähneln. Besondere Vorsicht ist bei Pastellkreide und Kohlezeichnungen gegeben – durch die Reibung kann das Bild Schaden nehmen und darüber hinaus bildet sich ein unschöner Film an der Glasscheibe. Den notwendigen Abstand kann man mit Distanzleisten aus Kunststoff oder Holz, mit Passepartout- oder Filzstreifen erreichen.

Staubdichte Einrahmung – Pro und Contra

Die so genannte staubdichte Verklebung bei der Einrahmung birgt unbestrittene Vor-, aber auch Nachteile. Ein staubdicht gerahmtes Bild zieht nicht so schnell Staub und Schädlinge wie etwa Silberfischchen an (diese bevorzugen Zellulose, der Schaden ist an den „Gängen“, die die Tierchen gefressen haben, leicht zu erkennen). Der Nachteil einer staubdichten Verklebung: Bei Temperaturschwankungen und Luftfeuchte kann sich ein Hohlklima bilden, durch die Verklebung kann die Luft nicht ausreichend zirkulieren. Das Bild und sein Passepartout wellen sich. Mitunter kommt es bei diesen Bedingungen zu Stockflecken und im schlimmsten Fall zu Schimmelbildung. Ein Kompromiss hierzu besteht darin, die Ecken bei der Verklebung offen zu lassen oder die Verklebung mit Nadelstichen zu perforieren.

Tipp: Man sollte in regelmäßigen Abständen von zwei bis drei Jahren die komplette Einrahmung einer Inspektion unterziehen. Bei dieser Prüfung wird die Glasscheibe auch auf der Innenseite gereinigt – häufig hat sich ein leichter Grauschleier gebildet, der beim täglichen Betrachten nicht ohne Weiteres auffällt. Die Bildbefestigung sollte ebenfalls kontrolliert werden – wenn sie säurefrei ist, ist nichts zu befürchten, ansonsten wird sie erneuert. Und: Falls der Farbton des Passepartouts nicht mehr gefällt oder „passt“ – im Zuge einer solchen Inspektion können all diese Dinge leicht behoben werden.

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