Buchtipp

„Ich male keine Botschaft, keine Gedanken, ich male Farbe!“*

Im Werk von Christian von Grumbkow sind Farbwelten im Wandel

Christian von Grumbkow verfolgt mit seiner Malerei ein Thema: Farbe. „Seine Werke entstehen meist aus dem Moment – und lösen mannigfaltige Emotionen aus“, schreibt Thomas Hirsch. Der Kunsthistoriker begleitet den Künstler bereits seit vielen Jahren und hat in der vor wenigen Monaten erschienenen Monografie „Farbwelten im Wandel“ eine Einordnung zur Bedeutung der Farbe in dessen Werk geschrieben. Das Buch versammelt Arbeiten des Künstlers aus den Jahren 1989 bis 2025, die im Spätsommer 2025 in einer retrospektiven Ausstellung im Museum Gut Altenkamp in Papenburg zu sehen waren.

„Farbe ist der Ausgangspunkt und ein Ziel der Malerei von Christian von Grumbkow. Er lässt sich auf sie ein und nimmt sich ihrer an. Er vermittelt sie als Ereignis an der Schwelle von Lesbarkeit und reiner Präsenz“, setzt Thomas Hirsch seine Beobachtungen gleich zu Beginn der Publikation fort.

Seit mehr als 40 Jahren widmet sich Christian von Grumbkow der Malerei und damit auch dem Wesen der Farbe. Seine Werke entstehen aus der materiellen Substanz der Farbe selbst, aus ihrer Leuchtkraft und ihrer Atmosphäre. Mal deckend bis hin zu pastos und mal hauchzart-lasierend bis zu nahezu transparent bringt der Maler sie auf Leinwand, Holz und Papier auf.

„Farben sind Sehdinge, nur sich selbst zeigende Phänomene; man kann sie nicht greifen, und sie stellen als bloße Farben auch nichts Greifbares dar“, hat der Künstler es einmal auf den Punkt gebracht. „Ich untersuche den Bereich zwischen konkret und abstrakt, indem ich die der Farbe innewohnenden Kräfte mobilisiere.“ Seine Bilder erzählen von der Gegenwärtigkeit der Farbe und ihrer Sinnlichkeit, von ihrer Materialität und ihrer suggestiven Kraft, von dem, was man nur sehen und empfinden kann.

So entstehen durch die Hand des Wuppertaler Künstlers Bildräume, die er als Möglichkeit versteht, sein Inneres sichtbar zu machen. „Ich male Landschaften. Doch damit sind keine naturalistischen Landschaften gemeint, sondern ich nenne das Seelenlandschaften“, hat Christian von Grumbkow in einem Interview erklärt.

Seine kontemplativen Gemälde lösen Assoziationen aus. Man meint Vertrautes zu erkennen, Szenarien aus der Natur, die sich bei längerer Betrachtung zu Spiegelungen, zu Hügelketten, zu den Gestaden eines Sees oder zu nächtlichen Reflexionen auf einer Wasseroberfläche verdichten – Momentaufnahmen, die sich mal als geschlossene Farbräume präsentieren, mal als übergangslos ineinander verlaufende horizontale Farbschichtungen. Über waagerechte und senkrechte Achsen kommt immer wieder Christian von Grumbkows Verbundenheit mit dem Sujet Landschaft zum Ausdruck.

Das Buch verfolgt das in chronologisch sortierten Werkgruppen, die seit 1989 entstanden sind. Für Christian von Grumbkow war damals, nach einem tiefgreifenden Schicksalsschlag, die Verwendung von Ölfarbe in seiner Malerei gleichbedeutend mit einem Neuanfang. Den Arbeiten, die in der Folge und bis heute entstanden sind, ist die Experimentierfreude des Künstlers abzulesen. Die Publikation schlägt in hochwertigen Reproduktionen den Bogen von frühen Übermalungen und der Auseinandersetzung mit den Farben Rot und Gelb über Verwischungen, Lichtmalerei und Transformationen zu dialogischen Arbeiten mit befreundeten Fotografen. Raumkonzepte mit mehrteiligen wandfüllenden Arbeiten für Unternehmen und Institutionen beschließen das Buch.

Ein umfassender Querschnitt durch das Werk Christian von Grumbkows, der seine Werk- und Schaffensphasen visuell eindrucksvoll und textlich fundiert begleitet.

*Christian von Grumbkow auf seiner Internetpräsenz.
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Farbwelten im Wandel

Seit über vier Jahrzehnten widmet sich Christian von Grumbkow (* 1946) der Malerei – und vor allem dem Wesen der Farbe. Seine Werke entstehen aus der Farbe selbst, aus ihrer materiellen Substanz, aus ihrer Leuchtkraft, auch aus ihrer Atmosphäre. Mal deckend und dicht, mal hauchzart und fast immateriell: Farbe ist ihm nicht bloß Mittel, sondern Inhalt, Stimmung und Energie. Seine großformatigen Arbeiten auf Leinwand, Holz oder Papier schaffen Bildräume, die den Blick darauf schweifen lassen und stets eine besondere, fast meditative Wirkung entfalten. Christian von Grumbkow versteht Malerei als Möglichkeit, sein inneres Erleben sichtbar zu machen. Seine Werke spiegeln dabei eigene Erfahrungen ebenso wie gesellschaftliche Themen.

160 S., zahlr. Abb., 24 x 30 cm, geb., dt., Verlag Kettler 2025

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Das bestimmende Thema Christian von Grumbkows lautet: Farbe pur.