Es ist nicht nur sein geringes Gewicht, das Balsaholz in Atelier und Werkstatt unverzichtbar macht. Obwohl es sehr leicht ist, hat es hervorragende Eigenschaften: Es ist hoch elastisch und daher druck-, zug- und biegefest, formstabil und widerstandsfähig. Trotzdem ist es leicht und schnell zu bearbeiten – dank seiner weichen Textur lässt es sich gut schneiden, schnitzen und formen. Besonders reizvoll sind Skulpturen aus Balsaholz, abstrakt oder figurativ und farbig gefasst. Die Form kann alles sein: von einer freien, von einer Sockelleiste gehaltenen Komposition bis hin zu einem eleganten Mobile. In Verbindung mit Balsaholz-Stäben und -Leisten, Draht und Eisenstäben können auch offene Einzelskulpturen entstehen.
Aufgrund seiner Qualitäten und des geringen Gewichts wird Balsaholz in den Tropen zum Floßbau verwendet; auch Thor Heyerdahl verwendete für seine Flöße hauptsächlich Balsaholz. Bis heute ist es ein bevorzugtes Material für den Modellbau und wird auch zum Bau von Booten oder Kleinflugzeugen eingesetzt.
Die wichtigsten Werkzeuge für die Verarbeitung von Balsaholz sind Schneidwerkzeuge und Schleifpapier. Balsaholz hat eine faserige Struktur, die das Schneiden gegen die Faserrichtung erschwert und es erforderlich macht, die Schnittkanten mit feinem Schleifpapier zu glätten. Grundsätzlich aber kann man Balsaholz sehr gut sägen, schneiden, bohren, kleben und beschnitzen. Es lässt sich im Prinzip mit allen Schneidewerkzeugen bearbeiten – ob Cutter, Skalpell oder einer Laubsäge. Wichtig ist, dass die Klingen scharf sind, um ein zu starkes Ausfransen des Holzes zu vermeiden.
Leichtigkeit, Stabilität und seine einfache Verarbeitung machen Balsaholz zu einem bevorzugten Material mit einem breiten Anwendungsspektrum nicht nur im klassischen Modellbau: Es wird auch in der Bau- und Gebäudeindustrie, als Verpackungsmaterial und für den Bau von Schiffen, Prototypen und Spielzeugen eingesetzt. Balsa ist ein außergewöhnlich schnellwüchsiger, immergrüner Laubbaum, der tiefere Küstenlagen bevorzugt. Die Vorkommen des Balsabaumes erstrecken sich über weite Teile des tropischen Mittel- und Südamerikas, wo Balsa schon im 16. Jahrhundert der bevorzugte Rohstoff für den Schiffsbau war. Fast der gesamte weltweite Bedarf an Balsaholz wird heute von Ecuador gedeckt. Für die dortige Forstwirtschaft ist Balsa die erste Wahl, denn das Wachstum des Baumes ist enorm: Bereits nach dem zweiten Jahr kann er eine Höhe von vier bis sechs Metern erreichen. Schlagreif ist der Baum schon nach fünf Jahren – dann hat er eine durchschnittliche Höhe von etwa 22 Metern erreicht.
Balsaholz ist im Handel in verschiedenen Formaten und Stärken als Platten und Vierkanthölzer erhältlich. Die handelsüblichen Platten messen meist einen Meter in der Länge und 10 Zentimeter in der Breite; die Stärken variieren zwischen einem und 30 mm. Für kleine Skulpturen kann bereits eine Materialstärke von 5 mm genutzt werden, dies aber ist letztlich vom geplanten Objekt, seiner Größe und seinem Aufbau abhängig. Aus einem einen Meter langen, handelsüblichen Balsabrett lassen sich, wenn man ökonomisch vorgeht, etwa vier bis sechs kleine Skulpturen schneiden.
Der gezeichnete Entwurf wird auf Papier oder Pappe und dann auf das Holz übertragen. Geschnitten wird vorsichtig entlang der Umrisslinien. Dabei empfiehlt es sich, zuerst lange Schnitte in Faserrichtung zu führen, um danach Querlinien und Details zu schneiden. Um Abbrüche des weichen Holzes zu vermeiden, sollte man mit ausreichend Fingerspitzengefühl vorgehen.
Ob einzeln oder in Gruppen arrangiert, auf kleine Skulpturenständer montiert oder unsichtbar aufgehängt und scheinbar schwebend im Raum – Skulpturen aus Balsaholz sind wahre Blickfänge, vor allem in einer harmonierenden farbigen Fassung. Dafür sollte eine gesägte oder geschnittene Form zunächst beidseitig mit Gesso grundiert werden, um sie zu stabilisieren und die farbliche Weiterbearbeitung zu erleichtern. Bei zweimaliger Grundierung empfiehlt sich ein leichter Zwischenschliff.
Die Farbgebung kann im Prinzip mit jeder Farbe erfolgen, doch sind Acrylfarbe und Sprühfarbe die Mittel der Wahl. Die Beispiele zeigen: Jenseits aller ursprünglichen Nutzung ist Balsaholz ein attraktiver künstlerischer Werkstoff, der zahlreiche Möglichkeiten bietet.