Monotypen mit Gel-Druckplatten
Eine Druckplatte – viele Möglichkeiten: Transparente Gel-Platten sind einfach zu handhaben, immer wieder verwendbar und gut zu reinigen. Sie sind in unterschiedlichen Formaten erhältlich und eignen sich perfekt für den Einmaldruck, die Monotypie. Ohne besondere Hilfsmittel, einfach und schnell lassen sich mit Gel-Druckplatten auch auf einem kleinen Arbeitstisch verblüffende Ergebnisse erzielen.
Monotypien bewegen sich künstlerisch zwischen Malerei und Grafik: Der Druckstock wird bemalt bzw. bezeichnet und abgedruckt, solange die Farbe noch feucht ist. Ein solcher Druck ist immer ein Unikat, weshalb die Monotypie üblicherweise nicht der herkömmlichen Druckgrafik zugewiesen wird, bei der viele, nahezu identische Abdrucke von einer Platte möglich sind. Monotypien mit der gummiartigen Gel-Platte sind Flachdrucke – denn hier druckt die gesamte, glatte Oberfläche, also weder erhabene Stellen wie beim Hochdruck (Holz- oder Linolschnitt) noch die Vertiefungen wie bei der Radierung oder beim Kupferstich.
In der Welt der Druckkunst sind Gel-Platten ein vergleichsweise neues Medium und ein interessantes Instrument zur Umsetzung zeichnerisch-malerische Projekte. Mit Pinsel und Farben kann direkt auf die Platte gemalt bzw. gezeichnet werden – monochrom oder mehrfarbig. Als Farbe eignet sich eine flüssige Acrylfarbe ebenso wie eine entsprechend verdünnte Gouachefarbe oder Linoldruckfarbe auf Wasserbasis. Wer mag, kann auch Stoffe unter Verwendung von speziellen Stofffarben bedrucken. Sehr nass aufgetragen eignet sich auch eine wasserbasierte Ölfarbe, und selbst das Arbeiten mit Tuschen ist möglich (allerdings muss bei der Verarbeitung von Tuschen darauf geachtet werden, dass die Tusche nicht zu stark verläuft, auch sollte das Papier nicht zu porös sein).
Wichtig ist bei allen Farben, dass sie beim Auftrag einen gewissen Nässegrad aufweisen, denn die Farbe muss noch feucht sein, wenn der eigentliche Druck beginnt und der Papierbogen auf aufgelegt wird. Ist die Farbe erst einmal angetrocknet, wird der Druck naturgemäß schwierig. Daher ist auch zügiges, wenig zögerliches Arbeiten gefragt – nicht zu fein, nicht zu genau, nicht zu detailreich: Gerade die spontane Skizze findet in den Gel- Druckplatten ihr ideales Medium.
Ist die Malerei bzw. Zeichnung vollendet, wird der Papierbogen auf die Platte gelegt und mit einer Gummiwalze oder einem Handreiber gut und gleichmäßig angedrückt oder mit der Hand mit leichtem Druck geglättet. Die Farbe wird auf das Papier übertragen, das behutsam abgezogen wird – fertig ist die Monotypie.
Monotypien bewegen sich künstlerisch zwischen Malerei und Grafik. Die Gel-Druckplatten werden bemalt bzw. bezeichnet und abgedruckt, solange die Farbe noch feucht ist.
Dieses Blatt kann ebenso End- wie Zwischenergebnis sein: Da der Prozess des Malens und Druckens nur kurze Zeit in Anspruch nimmt, kann direkt ein erneuter Druck erfolgen, um etwa Linien zu vervollständigen oder Farben zu ergänzen. Zuvor sollte die Platte jedoch gründlich gereinigt werden: Am besten sofort, denn manche Farben lassen sich nach dem Antrocknen nur schwierig entfernen. Ideal ist lauwarmes Seifenwasser (mit Seife oder Spülmittel, aber ohne scharfe Substanzen). Sollten trotz aller Sorgfalt doch einmal Spuren auf der Platte zurückbleiben, lassen sie sich mit etwas Oliven- oder Babyöl wieder vollständig entfernen. Danach muss die Platte erneut mit Seife gereinigt werden, um sie von öligen Rückständen zu befreien.
Nicht zu fein, nicht zu genau, nicht zu detailreich: Gerade die spontane Skizze findet in den Gel-Druckplatten ihr ideales Medium.
Für mehrere aufeinanderfolgende Drucke kann man sich die Transparenz der Platte zunutze machen: Damit der nächste Druck passgenau auf dem ersten Druck zu stehen kommt, kann man die Platte mit der Farbseite nach unten auf das bereits bedruckte Papier setzen und so die Position genau bestimmen.