Atemberaubende Landschaften, charakterstarke Porträts und ein rebellischer Künstler
Das Museum Folkwang widmet einem der prägendsten Künstler des 19. Jahrhunderts vom 17. Juli bis zum 8. November 2026 die große Retrospektive Ich, Gustave Courbet. Maler und Rebell.
Im Mittelpunkt der Essener Schau steht Gustave Courbets (1819–1877) Einfluss auf die Kunst der Moderne. Courbet war nicht nur ein künstlerischer Erneuerer, sondern auch eine schillernde und politisch engagierte Persönlichkeit. Er wandte sich gegen die idealisierte Ästhetik seiner Zeit und thematisierte stattdessen das Leben einfacher Menschen und die soziale Wirklichkeit in seiner Kunst.
Malerei als eine Form des Widerstands
Seinen Umgang mit traditionellen Bildgattungen und seine Maltechnik, welche die Farbe häufig in ihrer stofflichen Präsenz sichtbar lässt, machen Courbet zu einem der wichtigsten Vertreter des Realismus, der weit über Frankreich hinaus zum Vorbild nachfolgender Künstler*innengenerationen wurde.
Die umfangreiche Ausstellung in Essen zeigt rund 90 Gemälde Courbets, darunter Hauptwerke wie Le Fou de peur (1844), L’Après-dînée à Ornans (1849), Jo, la belle Irlandaise (1866) oder L‘Homme à la pipe (1849). Viele Werke wie auch L’Origine du monde (1866) wurden bisher nur selten verliehen oder noch nie in Deutschland ausgestellt. Auf rund 900 Quadratmetern versammelt die Ausstellung Leihgaben aus internationalen Museen und Sammlungen, darunter das Musée d’Orsay in Paris, das Metropolitan Museum of Art in New York, das Kunstmuseum Bern, die Alte Nationalgalerie in Berlin, das Leopold Museum in Wien und das Musée Fabre in Montpellier.
Die neun Kapitel der Ausstellung sind den wichtigen Lebensstationen des Künstlers und den zentralen Werkgruppen seines Schaffens gewidmet. Sie beleuchtet wesentliche Themen von Courbets umfangreichem Werk: Selbstbild und Öffentlichkeit, soziale Realität, Aktdarstellung sowie Landschaft, Heimat und Exil.
Die Verbindung von Kunst & Politik
Geboren 1819 in der ländlichen Region Franche-Comté, geht Courbet 1839 nach Paris. Statt eine Ausbildung an der staatlichen Kunstakademie anzustreben, besucht er private Akademien und bildet sich im Selbststudium weiter. Ab 1844 stellt er regelmäßig im Pariser Salon aus. Dort erregen seine Bilder große Aufmerksamkeit und finden auch erste Anerkennung. Er positioniert sich dabei gegen akademische Konventionen und wird dafür von konservativen Kunstkritikern kritisiert und verspottet. Courbet reagierte in seinen Werken immer wieder auf die politischen Ereignisse und Umbrüche in Frankreich. Zwischen 1848 und 1855 entstehen seine bahnbrechenden, gesellschaftskritischen Werke, spätestens ab jetzt wird deutlich, dass für Courbet Kunst und Politik untrennbar miteinander verbunden sind. Als politisch Verfolgter musste Courbet Paris und seine Heimat 1873 verlassen und verbrachte die letzten Lebensjahre im Exil in der Schweiz. Viele seiner letzten Bilder zeigen Motive aus La Tour-de-Peilz und der Landschaft rund um den Genfer See.
„Ich, Gustave Courbet. Maler und Rebell“ entsteht in Kooperation mit dem Leopold Museum Wien. Die Schau verzeichnet in ihrer ersten Station in Wien bereits über 100.000 Besucher*innen, als Sommerhighlight ist sie seit dem 17. Juli im Museum Folkwang zu sehen.
Auf einen Blick
Ausstellung
ICH, GUSTAVE COURBET
Maler und Rebell
17. Juli – 8. November 2026
Kontakt
Museum Folkwang
Museumsplatz 1
45128 Essen
T +49 201 8845 000
info@museum-folkwang.essen.de
Öffnungszeiten
Di – So 10 – 18 Uhr
Do und Fr 10 – 20 Uhr
Mo geschlossen
Katalog
Der Katalog erscheint im Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln