Einmal quer durch die Republik, auf der Suche nach den flackernden Überbleibseln urbaner Vergangenheit: den letzten Neonschildern und Leuchtreklamen in Deutschland.
In seiner einmaligen Fotosammlung „Neon Deutschland. Eine Reise zu den letzten Neonschildern und Leuchtreklamen“ dokumentiert der Design- und Fotografie-Experte Jesse Simon den ästhetischen Charme und die gestalterische Vielfalt der Leuchtschilder, die seit den Neunzehnhundertfünfziger- und -sechzigerjahren Hausfassaden und Ladenfronten schmückten und das Stadtbild prägten.
Unter dem Titel „Ein Königreich des Lichts“ geht Simon in seiner einführenden Betrachtung auf die Entstehung und die Geschichte der Leuchtmittel ein. Im Dunkel der Nacht faszinierten die Bilder und Schriftzüge der Städte mit ihrem hellen Schein, sie gehörten zur urbanen Umgebung der deutschen Nachkriegszeit.
Neonröhren waren damals billiger als Glühlampen. Da sie biegsam waren, konnte man alle möglichen Schrifttypen, Symbole und Bilder daraus formen, noch dazu verschiedenfarbig, durch unterschiedliche Gasmischungen und gefärbtes Glas. Als Versprechen von Moderne und strahlender Zukunft wurden Neonschilder in Ost- und Westdeutschland zur Standardbeleuchtung von Geschäftsfassaden.
Heute nehmen Leuchtkästen oder LED-Leuchten diese Plätze ein. Dennoch finden sich hier und da noch nostalgische Überbleibsel. Auf der Suche nach den flackernden Relikten urbaner Vergangenheit, den letzten Neonschildern und Leuchtreklamen in Deutschland, reiste Jesse Simon in sieben Jahren einmal quer durch die Republik: Von Dortmund bis Dresden, von Hamburg bis München führt dieser Band durch deutsche Innenstädte, Nebenstraßen und fast vergessene Ecken, in denen bunte Röhren noch flackern – oder längst erloschen sind. Ein nostalgischer Streifzug durch einen langsam verblassenden Abschnitt deutscher Stadtgeschichte und ein Zeugnis einer verschwindenden Designkultur in Tag- und Nachtfotografien. Ein durch Begleittexte darüber hinaus informatives Buch für alle, die sich für Design, Typografie und urbane Kultur interessieren.