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Auf die Spitze getrieben

In „Die Kunst einen Bleistift zu spitzen“ schreibt David Rees detailliert über ein bisher unterschätztes Handwerk: das kunstvolle Bleistiftspitzen mit Taschenmesser, Einklingen- und Kurbelspitzern.

Kann man 224 Seiten lang nur über das Scharfmachen von schmalen Minen schreiben? Man kann. Und das sogar ziemlich unterhaltsam. David Rees würdigt in seinem Werk einen kleinen, aber wichtigen Vorgang: den des Anspitzens. Der US- Humorist weiß dabei sehr genau, wovon er spricht: Er blickt auf eine immerhin dreijährige Erfahrung als Berufsspitzer zurück und betreibt seit 2010 einen professionellen Anspitz-Service. Kunden können ihm ihren abgenutzten Bleistift zuschicken, er erneuert ihn und sendet ihn zurück - für 12,50 US-Dollar.

In seiner umfassenden Abhandlung rückt der Autor dem Bleistift, einer der großen Konstanten unserer Kulturgeschichte,  mit allen verfügbaren Geräten zu Leibe:  vom Taschenmesser, über Einklingenspitzer, handbetriebene Kurbelspitzer mit einer beziehungsweise zwei Fräswalzen, Handspitzer mit mehreren Spitzlöchern sowie einer elektrischen Spitzmaschine bis hin zum Experiment mit den eigenen Zähnen.

„Die Kunst einen Bleistift zu spitzen“ ist ein amüsantes und intelligentes Buch, das den Kult des Selbstgemachten liebevoll belächelt und gleichzeitig die Sehnsucht nach Authentizität mit großer Geste bedient. Dabei verknüpft Rees gekonnt handwerkliche Raffinesse mit metaphysischem Tiefgang.